Lehrer_innen aus Kobanê/Nordsyrien besuchen Oldenburger Schulen

Lehrer_innen aus Kobanê/Nordsyrien besuchen Oldenburger Schulen

Helene-Lange-Schule und Oberschule Eversten veranstalten 3. Spendenlauf

Am Dienstag, den 05.09.2017 veranstalten die OBS Eversten (OBSE) und die IGS Helene Lange Schule (HLS) im Eversten Holz zusammen den dritten Spendenlauf zur Unterstützung des Wiederaufbaus der Schulen in Kobanê/Nordsyrien. Bereits Ende August reisen Lehrer_innen aus Kobanê an, um die Schulen zu besuchen und mit den Kolleg_innen über die zukünftigen Themen und Formen der im letzten Jahr beschlossenen Schulpartnerschaften zu beraten.

Seit drei Jahren arbeiten die OBSE und die HLS in dem inzwischen über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Solidaritäts- und Schulpartnerschaftsprojekt mit Schulen in Kobanê. Neben zwei erfolgreichen Spendensammlungen haben sie im letzten Jahr Schulpartnerschaften mit Schulen vor Ort abgeschlossen.

In dieser Zeit hat das Projekt weder an Bedeutung noch an Aktualität verloren, im Gegenteil: Der Krieg in Syrien dauert an, und die Region Nordsyrien/Rojava, zu der Kobanê gehört, wird nach wie vor durch Grenzschließungen und -kontrollen in ihrem Aufbau behindert und durch militärische Angriffe bedroht. Gleichzeitig hat die Föderation Nordsyrien viele geflüchtete Menschen aus aktuell umkämpften Gebieten aufgenommen, was die Aufgabe des Wiederaufbaus der Schulen und einer flächendeckenden schulischen Versorgung  zusätzlich erschwert. Angesichts der Tatsache, dass weltweit 75 Millionen Kinder aufgrund von Kriegs- und Krisensituationen keine Schule besuchen können (vgl. Globale Bildungskampagne), ist das Projekt der Oldenburger Schulen ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zur Realisierung des Rechts auf Bildung für die vom Krieg betroffenen Kinder in der Region. Der Wiederaufbau der Schulen hilft den Kindern bei der Bewältigung des Lebensalltags und er vermindert die Gründe der Flucht, weil er den Familien vor Ort eine Zukunftsperspektive für ihre Kinder bietet. Mehrfach haben Verantwortliche aus Kobanê betont, dass das Oldenburger Schulprojekt vor Ort sehr geschätzt wird, und dass der Bedarf an Unterstützung noch groß ist, um allen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen und sie mit Materialien auszustatten. Vor diesem Hintergrund haben die Gesamtkonferenzen der HLS und OBSE übereinstimmend beschlossen, in diesem  Jahr wieder einen Spendenlauf durchzuführen.

Auch für die beteiligten Oldenburger Schulen ist das Projekt von Bedeutung. Im letzten Jahr sind viele Schüler_innen aus der Region Nordirak/Nordsyrien als Geflüchtete an die Schulen gekommen und viele Familien, die schon lange hier leben, haben verwandtschaftliche Beziehungen in die Region. Gerade in Oldenburg ist der Gedanke der inklusiven Schule besonders verankert. Auch in diesem Zusammenhang ist das Engagement der beiden Schulen zu sehen: Viele Schüler_innen und ihre Familien sind oder waren in ihren Herkunftsländern von rassistischen Angriffen persönlich betroffen. Das wird mit dem Projekt wahrgenommen, thematisiert und punktuell werden Handlungsmöglichkeiten angeboten. Den Rahmen bildet das Projekt „Schule ohne Rassismus“, in dem sich die Schulen selbst verpflichtet haben, in jedem Jahr mindestens eine Aktion durchzuführen. Die Spendenaktion für Kobanê, das weltweit als Symbol für die Verteidigung gegen die Angriffe des sog. IS gesehen wird, bildet den Zusammenhang zwischen beiden Aspekten.

Im letzten Jahr haben die HLS und die OBSE offizielle Schulpartnerschaften mit zwei Schulen im nordsyrischen Kanton Kobanê abgeschlossen. Erstmals wird nun ab Ende August eine Gruppe von Lehrkräften die Partnerschulen in Oldenburg besuchen, um die zukünftigen Themen und Formen des Austauschs zwischen Lehrkräften und Schüler_innen beider Orte persönlich zu besprechen. Die geplanten Hospitationen und Gespräche an den Schulen und die Teilnahme am Spendenlauf werden durch ein vielfältiges Besuchsprogramm ergänzt. Neben einem Empfang im Bundestag und im Oldenburger Rathaus, Stadtführungen und Ausflügen sind darin auch Einladungen der Bildungsgewerkschaft GEW und öffentliche Veranstaltungen zur Bildungssituation in Nordsyrien vorgesehen. Unter dem Titel „Zukunft der Bildung in Nordsyrien/Rojava – mit Gästen der Partnerschulen aus Kobanê und Oldenburg“ findet am um 18.30 Uhr im Vortragssaal des PFL eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung statt, zu der die Schulen herzlich einladen. Außerdem freuen sie sich über Besucher_innen des Spendenlaufs am 5.9. im Eversten Holz, wo diesmal auch ein keines musikalisches Begleitprogramm geboten wird, und/oder über eine Unterstützung durch Spenden für die laufenden Schüler_innen, für die angebotenen Snacks oder einfach in den aufgestellten Spendendosen. Am Infotisch der Projektgruppen „Schule ohne Rassismus“ am Eingang Everstener Marktplatz können Besucher_innen sich ab 9.00 Uhr während des ganzen Vormittags über das Projekt informieren.   

Während des Aufenthalts der Delegation aus Kobanê bieten wir Ihnen nach Rücksprache gern Pressetermine im Zusammenhang mit folgenden Veranstaltungen an:

Fr. 25.08., 9.00 Uhr
Empfang im Bundestag in Berlin (MdB Meiwald)
Sa. 26.08., 16.00 Uhr  Stadtführung in Oldenburg (F.A. Zahedi)
Mo. 28.08., 8.30 Uhr  Begrüßung an der Oberschule Eversten
Di.  29.08., 8.30 Uhr    Begrüßung an der Helene-Lange-Schule
Di. 29.08., 18.30 Uhr  Zukunft der Bildung in Nordsyrien/Rojava – mit Vertreter_innen der Partnerschulen aus Kobanê und Oldenburg“, Vortrags- und Diskussions-Veranstaltung im PFL
Mi. 30.08., 11.00 Uhr   Empfang im Rathaus Oldenburg
Di. 05.09., ab 8.30 Uhr Spendenlauf im Eversten Holz