Spendenlauf am 10. September 2019

Spendenlauf am 10. September 2019

Liebe Schüler*innen, liebe Spender*innen,

wir möchten uns bei allen Schüler*innen, Eltern und allen anderen Spender*innen herzlich für die geleisteten Beiträge zum diesjährigen Spendenlauf unserer Schulen bedanken. Seit fast 5 Jahren unterstützen die IGS Helene-Lange-Schule und die OBS-Eversten gemeinsam engagiert den Wiederaufbau der Schulen in Nordsyrien.

Wir haben mit eurer und Ihrer Hilfe beim diesjährigen Spendenlauf erneut einen hohen Betrag gesammelt, 22 000 Euro, doch jetzt sind die Schulen dort verlassen, vielleicht zerstört, und es herrscht erneut Krieg.

 

Start des Spendenlaufes


Seit dem Beginn der Invasion des türkischen Militärs und der verbündeten islamistischen Milizen am 9. Oktober war u.a. die nordsyrische Grenzstadt Tal Abyad intensiven Luft- und Artillerieangriffen ausgesetzt. Viele der Zivilist*innen sind auf der Flucht, zurzeit steht die Stadt unter türkischer Besatzung. Ihr kurdischer Name ist Girê Spî, und dort steht die Partnerschule der OBS Eversten.
Am 13. Oktober hat die türkische Luftwaffe angefangen, das Stadtzentrum von Kobanê zu bombardieren und damit auch dort die Bevölkerung in die Flucht getrieben. Kobanê ist nach dem Aufbau erneut von Zerstörung bedroht und jetzt weitgehend verlassen. Inzwischen sind syrisches und russisches Militär in der Stadt angekommen, im Norden und Westen vor der Stadt das Türkische. In Kobanê steht die Partnerschule der IGS Helene-Lange-Schule.

Obwohl dieser Angriffskrieg lange und öffentlich durch die türkische Regierung angedroht wurde, ist seine Realität ein Schock. Wir wissen nicht, wo sich die Kolleg*innen jetzt aufhalten, die unseren Kolleg*innen beim Besuch der Partnerschulen im letzten Jahr so überzeugend vom Neuaufbau eines demokratischen Erziehungs- und Bildungswesens in dem Gebiet der Selbstverwaltung berichtet haben. Mit ihrer Arbeit hatten sie die Grundlage für ein friedliches, gleichberechtigtes Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Region gelegt. Wir wissen nicht, unter welchen Bedingungen bzw. ob sie noch leben. Nach Schätzungen befinden sich bereits ca. 300 000 Menschen aus der Region auf der Flucht, darunter ca. 70 000 Kinder. Aufgrund des zunehmenden Mangels bei der Grundversorgung und dem Notfalldienst sowie der Bedrohung selbst der Gesundheitseinrichtungen durch militärische Angriffe ist ihre Situation dramatisch.
Viele internationale Hilfsorganisationen haben ihre ausländischen Mitarbeiter*innen aus dem Gebiet abgezogen. Die Hilfsorganisation „medico international“, die humanitäre Projekte in der Region unterstützt, hat umgehend ein Spendenkonto für die Nothilfe eingerichtet.

Die Schüler*innen und Lehrkräfte unserer Partnerschulen brauchen jetzt, zusammen mit allen anderen Schutzsuchenden, vor allem das Lebensnotwendige.
Die Kollegien unserer Schulen haben sich deshalb einstimmig dafür ausgesprochen, die diesjährigen Spendengelder dem Nothilfekonto von „medico international“  zur Verfügung zu stellen. Über ihre Verwendung zur Unterstützung der Menschen in der Region unserer Partnerschulen sind wir in Kontakt mit der zuständigen Mitarbeiterin.
Wenn Sie der Verwendung Ihres Spendenbetrages in diesem Sinne nicht zustimmen, wenden Sie sich bitte bis zum 15.11.2019 an uns, damit wir den Betrag zurückerstatten bzw. ihn für einen späteren Zeitpunkt zurücklegen können.

Wir halten an der Idee unseres Projektes fest und hoffen sehr, dass es in der Zukunft wieder bessere Zeiten erleben wird.